Berberitze – Pflege, Schneiden & Vermehren

Inhaltsverzeichnis
Berberitzen gehören mit 400 bis 600 Arten zu den artenreichsten Gehölzgattungen. Obwohl die Pflanzen weit verbreitet sind, sind in Europa nur zwei bis vier Arten heimisch. Der bekannteste Vertreter der Gattung ist die Gewöhnliche Berberitze, die auch hierzulande in der freien Natur zu finden ist. Waldränder, Gebüsche oder lichte Auen sind dort der bevorzugte Standort der Pflanzen.
Steckbrief
- Gattung: Berberitzen (Berberis)
- Familie: Berberitzengewächse (Berberidaceae)
- Heimische Art: Gewöhnliche Berberitze (Berberitze vulgaris)
- Synonyme: Sauerdorn, Essigbeere
- Wuchsform: Strauch mit Dornen, mehrjährig, überhängend, aufrecht, ausladend
- Wuchshöhe: 50 bis 300 Zentimeter (abhängig von Art und Sorte)
- Blüte: klein, gelb, traubige Blütenstände
- Blütezeit: Mai bis Juni
- Laub / Blätter: länglich bis eiförmig, dunkelgrün, sommer- oder immergrün
- Giftig: alle Pflanzenteile mit Ausnahme der Beeren
Standort
Berberitzen sind winterharter Sträucher mit spitzen Dornen. Sie können als Hecke oder Solitär gepflanzt werden. An den Standort stellen die Pflanzen keine besonderen Ansprüche. Sie wachsen auch in höheren Lagen. Die idealen Eigenschaften sind:
- Sonne bis Halbschatten
- trocken bis mäßig feucht
Boden
Wie an den Standort stellen Berberitzen auch an den Boden keine großen Ansprüche. Sie wachsen eigentlich auf allen Böden. Besonders wohl fühlen sich die Pflanzen auf Böden, die folgende Eigenschaften haben:
- locker
- leicht kalkhaltig
- pH-Wert: neutral bis leicht sauer
Pflanzen
Junge Berberitzen bekommen Sie im Fachhandel als vorgezogene Topfpflanzen. Grundsätzlich können die Pflanzen zu allen Jahreszeiten an frostfreien Tagen ausgepflanzt werden. Die optimale Zeit für das Auspflanzen von sommergrünen Berberitzen ist jedoch im Herbst. Denn so kann die Berberitze im kommenden Frühjahr mit dem Austrieb beginnen. Bei immergrünen Arten ist das Frühjahr und der Frühsommer die ideale Pflanzzeit. Die Wuchsgeschwindigkeit beträgt 15 bis 20 Zentimeter pro Jahr.

Beim Einpflanzen der Berberitze ist es wichtig, dass Sie Ihre Hände und Arme vor den spitzen Dornen schützen. Gehen Sie folgendermaßen vor:
- Pflanzloch ausheben
- Pflanztiefe: 10 Zentimeter
- junge Berberitze vorab um ein Drittel einkürzen (bessere Verzweigung)
- junge Pflanze vorsichtig aus dem Topf heben
- Wurzeln von überschüssiger Erde befreien und auflockern
- Pflanze einsetzen
- Pflanzloch auffüllen
- Erde leicht andrücken
- angießen
Pflanznachbarn
Berberitzen sehen am schönsten als Solitärpflanzen aus. Als Unterpflanzung eignen sich bei immergrünen Arten Bodendeckerrosen. Für einen farbenfrohen Kontrast sorgen im Frühjahr Krokusse, Tulpen oder Narzissen. Werden sie als Sichtschutzhecke gepflanzt, dann sollten Sie maximal vier bis fünf Pflanzen pro Meter pflanzen. Damit die einzelnen Pflanzen in der Hecke besonders gut zur Geltung kommen, sollten Sie verschiedene Arten bzw. Sorten miteinander kombinieren.
Pflege
Berberitzen sind pflegeleichte Pflanzen. Zusätzliche Wasser- oder Düngergaben sind bei ausgepflanzten Exemplaren in der Regel nicht notwendig. Auch ein jährlicher Rückschnitt ist bei Einzelsträuchern nicht zwingend erforderlich.
Gießen
Berberitzen vertragen Trockenheit besser als Nässe. Deswegen müssen Sie nur in trockenen Sommern oder längeren Trockenperioden zusätzlich mit Wasser versorgt werden. Staunässe mögen die Pflanzen überhaupt nicht. Daher sollten Sie bei festen Böden eine Drainage anlegen, damit auch Stark- und Dauerregen den Pflanzen nichts anhaben kann.
Düngen
Regelmäßige Düngergaben sind bei Berberitzen nicht notwendig. Die Pflanzen freuen sich jedoch über einen kalkhaltigen Dünger einmal pro Jahr.
Schneiden
Berberitzen müssen regelmäßig geschnitten werden, damit sie ihre Form behalten. Dies gilt nicht nur für Heckenpflanzen. Wichtig ist, dass Sie Arme, Beine und Hände beim Schneiden schützen, damit es durch die spitzen Dornen zu keinen Verletzungen kommt. Wegen der Dornen sollten Sie das Schnittgut auch nicht kompostieren.
Schneiden einer Berberitzenhecke
Da Berberitzen sehr gut schnittverträglich sind, sollte ein regelmäßiger Schnitt der Hecke keine Probleme verursachen. Der richtige Zeitpunkt ist bei sommergrünen Berberitzen
- im späten Winter (Februar oder März)
- an einem frostfreien Tag
Schneiden Sie die Berberitzenhecke von allen Seiten, damit sie dicht wächst. Die Höhe Hecke können Sie frei wählen. Muss die Hecke stark gekürzt werden, um beispielsweise die Höhe stark zu reduzieren, dann macht auch ein radikaler Rückschnitt den Pflanzen nichts aus.
Scheiden von Solitärsträuchern
Da Berberitzen sehr breit und ausladend wachsen, kann aus Platzgründen ein stärkerer Rückschnitt erforderlich sein. Besteht kein Platzproblem, dann sollten nur jene Triebe einkürzen, die zu sehr in Breite wachsen. Für die optimale Entwicklung der Pflanzen, sollten sie in unten (in Bodennähe) breiter als oben (im Kronenbereich) sein. Der ideale Zeitpunkt für den Schnitt von sommergrünen Berberitzen ist:
- im späten Winter (Februar oder März) an einem frostfreien Tag
Immergrüne Berberitzen schneiden Sie am besten nach der Blüte, wenn Sie die Beeren nicht ernten wollen.
Überwintern

Einen besonderen Winterschutz brauchen ausgepflanzte Sträucher nicht.
Vermehren
Für die Vermehrung eignen sich Stecklinge und Samen, wobei das Vermehren mit Stecklingen die einfachere Variante ist.
Vermehren mit Stecklingen
Idealerweise gewinnen Sie Stecklinge aus Seitentrieben, die im Sommer gewachsen sind. Gehen Sie folgendermaßen vor:
- Stecklinge mit einer Länge von sieben bis acht Zentimetern schneiden (Hände und Arme vorher schützen)
- in Anzuchterde stecken oder in ein Glas mit Wasser stellen
- nach Wurzelbildung Stecklinge in den Boden setzen
- angießen
Vermehren mit Samen
Samen für die Vermehrung gewinnen Sie aus den vollreifen Beeren der Berberitze. Gehen Sie folgendermaßen vor:
- Beeren ernten (Hände und Arme schützen)
- Samen entnehmen
- Samen in kleine Töpfe mit Anzuchterde streuen
- mäßig gießen
- im Frühjahr Jungpflanzen in die Erde setzen
Giftigkeit
Alle Pflanzenteile mit aus Ausnahme der Beeren sind giftig. Besonders hoch ist die Giftkonzentration in den Wurzeln. Die giftigen Hauptwirkstoffe sind:
- Berberin (1 bis 3 Prozent)
- Jatrorhizin
- Palmatin
- Columbamin
- Iosotetrandin
- Magnoflorin
- Berbamin
Vergiftungserscheinungen sind:
- Übelkeit
- Erbrechen
- Durchfall
- Nierenreizung
- Nephritis (Nierenentzündung)
Erntezeit

Die Beeren mit einer Länge von einem Zentimeter können ab August geerntet werden. Die Farbe der vollreifen Beeren ist je nach Art rot, violett oder fast schwarz. Sie sind sehr sauer, aber auch sehr vitaminreich. Die Früchte werden zum Kochen oder für Marmelade verwendet.
Krankheiten und Schädlinge
Berberitzen sind sehr robuste Pflanzen. Krankheiten sind bislang nicht bekannt. Schädlinge aus der Tierwelt, die sich an den Sträuchern einnisten, sind nicht bekannt. Allerdings werden immergrüne Berberitzen mittlerweile häufiger vom Dickmaulrüssler (Käfer) befallen.
Pilze
Eine Gefahr für Berberitzen ist der Hallimasch-Pilz. Da dieser Speisepilz eine ganze Hecke zerstören kann, sollten Sie befallene Pflanzenteile sofort großzügig entfernen und entsorgen. Auf den Kompost dürfen die abgeschnittenen Teile nicht, da die Gefahr eines neuerlichen Befalls zu groß ist.
Getreideschwarzrost
Die Berberitze dient dem Getreideschwarzrost (Puccinia graminis) im Winter als Zwischenwirt. Dieser Pilz schadet zwar der Berberitze nicht, kann jedoch bei Getreide großen Schaden anrichten. Diesen Pilz erkennen Sie an orangegelben bis rostbraunen Pusteln auf der Unterseite der Blätter. Da es bislang keine wirksame Bekämpfung des Pilzes bei Getreide gibt, sollten Sie sich vor dem Pflanzen von Berberitzen beim zuständigen Pflanzenschutzamt informieren, welche Bedingungen an das Pflanzen der Sträucher geknüpft sind. Außerdem sollten Sie die Pflanzen regelmäßig auf Befall kontrollieren. Stellen Sie eine Infektion fest, dann müssen die befallenen Pflanzenteile sofort entfernt und vernichtet werden.
Echter Mehltau
Echter Mehltau befällt v.a. sommergrüne Berberitzen.
